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China - Sichuan
Scharfes aus Sichuan
Im Dienste des Großkahns
Nachdem die Polos ihr päpstliches Schreiben und das Öl aus der Lampe des Heiligen Grabes in Jerusalem dem Großkahn Khubilai überreicht hatten, sollte ihre Mission noch nicht beendet sein. Marco Polo gewann sehr schnell das Vertrauen des Großkahns. Khubilai war beeindruckt von seinen Kenntnissen und Fähigkeiten des jungen Venezianers und machte ihn mit den Geheimnissen der Macht und seines Verwaltungssystem vertraut. In Auftrag des Großkahns reiste Marco Polo etwa 15 Jahre als kaiserlicher Gesandter durch das mongolische Großreich sowie andere asiatische Länder. Einer seiner Reisen ging nach Sichuan, wo er im Auftrag des Großkahns Verwaltungsaufgaben übernahm.
Sichuan – im Schutz der hohen Berge
Jahrhunderte lang lebten die Menschen in Sichuan sehr isoliert, denn sie konnten es sich leisten für sich zu sein. Ihr Land ist reich an Bodenschätzen und bietet äußerst fruchtbare Böden. Dieser Reichtum zog stets andere benachbarte Völker an und so pflegten die Bewohner Sichuans stets enge Handelsverbindungen mit anderen Kulturen. Von Bergen umrahmt und mit vielen Flüssen und Seen durchzogen, herrscht in Sichuan ein gleichbleibendes, mildes Klima vor. Die milden Winter und die feuchten, warmen Sommer bieten den Menschen ganzjährig ein reichhaltiges Angebot an Gemüse und Obst. Not und Hunger waren den Menschen in dieser Region daher unbekannt.
Reisschüssel Chinas
Licht, Wärme und Wasser bringen die besten Erträge beim Reis. In Sichuan ist alles drei vereint und so kann auch zweimal im Jahr der Reis im Roten Becken von Sichuan geerntet werden. Auch heute kann man in Sichuan die wasserbedeckten, grünen Reisterrassen entdecken, die von den Hügeln sich bis in die Täler erstrecken. In ihnen waten die Reisbauern mit ihren Wasserbüffeln umher. Reis ist in Sichuan das wichtigste Grundnahrungsmittel. Da mehr als für den Eigenbedarf geerntet wird, war Reis stets ein beliebtes Tauschmittel in der Region. Auch Marco Polo wird vermutlich dafür gesorgt haben, dass Reis als steuerliches Zahlungsmittel aus dieser Region zum Hof des Großkahns gelangte. Denn in der Region um Peking ist das Klima zu rau, um Reis erfolgreich anzubauen. Reis galt im Norden des heutigen Chinas als Kostbarkeit. Brot und Nudeln waren die Hauptnahrungsmittel der in Peking lebenden Menschen.
Schärfe gibt die Würze des Lebens
Die Küche Sichuans ist vor allem berühmt für ihre Schärfe. Die Menschen haben auch eine Erklärung für ihre Vorliebe auf scharfes Essen. Das feuchte und warme Klima empfinden sie als lähmend. Die Schärfe der Gerichte weckt die Lebensgeister in ihnen und sorgt so für die richtige Würze im Leben. Für die Schärfe ist neben dem Siuchan-Pfeffer, die Samenkapseln des heimischen Sichuanbaumes, vor allem die Chilischote verantwortlich. Sie wird in so großen Mengen an die Gerichte gegeben, sodass sie schon eher an ein Gemüse als an ein Gewürz erinnert.
Als Marco Polo Sichuan bereiste, war dort den Menschen jedoch die Chilischote noch völlig unbekannt. Denn erst Anfang des 16. Jahrhunderts brachten die Portugiesen die scharfe Schote in den asiatischen Kulturraum.
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